Tarifvertrag groß und außenhandel hessen

Schließlich stellt die WSI-Studie fest, dass die meisten Tarifverträge keine Bestimmungen zur Sicherung von Arbeitszeitgutschriften im Konkursfall enthalten. Während einige Vereinbarungen vage Bestimmungen enthalten, sehen nur die Tarifverträge für Gartenbau und Landwirtschaft die Einführung eines Sonderfonds vor, der die Verluste von Arbeitszeitkrediten im Falle eines Konkurses ausgleichen könnte. Solche Mittel sollten, so heißt es, gemeinsam von Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften verwaltet werden. Laut einer im Februar 1998 veröffentlichten Studie des Instituts für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (WSI) gibt es zahlreiche tarifliche Bestimmungen zur Einführung von “Arbeitszeitkonten” in Deutschland, die zu einem wichtigen Instrument für flexible Arbeitszeitregelungen geworden sind. Generell ist der Einfluss der deutschen Gewerkschaften seit 1990 zurückgegangen und musste 2004 sinkende Realeinkommen und eine Reform des Sozialsystems (“Hartz-IV-Gesetze”) hinnehmen, die die Löhne zusätzlich unter Druck setzten. Seit einigen Jahren setzen sich der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften für die Einführung eines Mindestlohns in Deutschland ein. Bis weit in die 1990er Jahre hinein hatten sie diese Idee abgelehnt, weil sie durch ihre starke Position im deutschen Tarifsystem bessere Ergebnisse erzielten. [2] Die meisten Tarifverträge sehen eine regelmäßige (mindestens monatliche) Information der Arbeitnehmer über den Saldo ihres individuellen Arbeitszeitkontos vor. Viele Tarifverträge geben den Betriebsräten auch Informations- und Anhörungsrechte über die Verwendung von Arbeitszeitkonten.

Nur wenige Vereinbarungen beziehen die Tarifparteien in die Festlegung der Arbeitszeitkontenbestimmungen auf Unternehmensebene ein. Der DGB koordiniert gemeinsame Forderungen und Aktivitäten innerhalb der deutschen Gewerkschaftsbewegung. Sie vertritt die Mitgliedsgewerkschaften in Kontakt mit den Regierungsbehörden, den politischen Parteien und den Arbeitgeberverbänden. Der Dachverband ist jedoch nicht direkt an Tarifverhandlungen beteiligt und schließt keine Tarifverträge ab. Die WSI-Studie, die auf einer Bewertung von Tarifverträgen in rund 60 Tarifeinheiten basiert, kommt zu dem Ergebnis, dass es kein einheitliches Modell eines Arbeitszeitkontos gibt. Im Gegenteil, die Möglichkeiten und Beschränkungen der Verwendung von Arbeitszeitkonten sind von Sektor zu Sektor sehr unterschiedlich. Darüber hinaus müssen tarifliche Bestimmungen in der Regel auf Betriebsebene durch Abschluss einer Betriebsvereinbarung übernommen werden. Die meisten Tarifverträge definieren Grenzwerte für die Verwendung von Arbeitszeitkonten. Die vereinbarten Grenzwerte liegen zwischen 40 und 600 Stunden für maximale Arbeitszeitgutschriften und zwischen 20 und 170 Stunden für maximale Arbeitszeitbelastungen.

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